Schwartauer Werke: Wie ein Traditionsunternehmen aus SH seit 125 Jahren Erfolg macht
Bad Schwartau ist keine Großstadt und trotzdem hat sich ein Unternehmen von dort aus zu einem der bekanntesten Lebensmittelhersteller Deutschlands entwickelt. Die Schwartauer Werke stehen für Konfitüren, für den Corny Müsli-Riegel, und für eine Unternehmensgeschichte, die zeigt, wie Tradition und Innovation zusammenwachsen können. Was macht dieses Familienunternehmen aus Schleswig-Holstein so besonders und was könnten andere Unternehmen in der Region davon lernen?
125 Jahre und kein bisschen verstaubt
Gegründet 1899 in Bad Schwartau, hat sich das Unternehmen von einem kleinen regionalen Marmeladenhersteller zu einem international agierenden Lebensmittelkonzern entwickelt. Das Jubiläumsjahr 2024 war dabei kein Anlass zum Ausruhen, sondern zum Vorwärtsmachen: Mit einem Ziel von zehn Prozent Umsatzwachstum, Investitionen in die Produktionskapazitäten und der Einführung eines neuen SAP-Systems zeigen die Schwartauer Werke, dass Traditionsunternehmen nicht zwangsläufig träge werden.
Das ist in Schleswig-Holstein keine Selbstverständlichkeit. Die Region ist geprägt von mittelständischen Betrieben, Familienunternehmen und einer Wirtschaftsstruktur, die oft auf Stabilität statt auf Wachstum setzt. Die Schwartauer Werke sind ein Gegenbeispiel und ein ermutigendes dazu.
Innovation als Teil der DNA
Was die Schwartauer Werke von vielen Traditionsunternehmen unterscheidet, ist die Fähigkeit, Trends nicht nur zu erkennen, sondern sie aktiv mitzugestalten. Die Einführung der „Zero“-Reihe ohne Zucker und die Entwicklung von Proteinsorten für die Corny-Riegel sind keine Reaktionen auf Marktdruck sie sind vorausschauende Entscheidungen, die zeigen, dass das Unternehmen seine Zielgruppen genau kennt.
Gleichzeitig bleiben die Klassiker. Die Erdbeer-Konfitüre ist nach wie vor ein Bestseller, und das aus gutem Grund: Sie steht für Qualität und Verlässlichkeit zwei Werte, die in der Lebensmittelbranche entscheidend sind. Die Kombination aus bewährten Produkten und neuen Innovationen ist dabei kein Zufall, sondern Strategie.
Für andere Unternehmen in Schleswig-Holstein ob im Lebensmittelbereich, im Handel oder in der Industrie, ist das ein lehrreiches Modell: Nicht entweder Tradition oder Innovation, sondern beides gleichzeitig.
Nachhaltigkeit als Geschäftsstrategie
Die Schwartauer Werke haben sich ein klares Ziel gesetzt: Bis 2030 soll die Produktion in den Werken CO2-neutral sein. Das ist nicht nur ein ökologisches Bekenntnis, sondern auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Denn Nachhaltigkeit ist in der Lebensmittelbranche längst kein Nischenthema mehr sie ist ein Kaufargument, das immer mehr Verbraucher bewegt.
In Schleswig-Holstein, wo Küste, Natur und Umweltbewusstsein eng miteinander verbunden sind, trifft dieses Bekenntnis auf besonders fruchtbaren Boden. Unternehmen, die hier wirtschaften und glaubwürdig auf Nachhaltigkeit setzen, haben einen klaren Vorteil bei Kunden, bei der Mitarbeitergewinnung und bei der öffentlichen Wahrnehmung.
Menschen im Fokus: Die Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor
„Menschen im Fokus, Zukunft im Blick“ dieses Motto ist bei den Schwartauer Werken kein Marketing-Slogan, sondern gelebte Praxis. Dr. Arend Oetker, Inhaber und langjähriger Geschäftsführer, hat immer wieder betont, wie wichtig ihm der familiäre Umgang im Unternehmen ist. Das zeigt sich in der Praxis: Die Mitarbeiterzufriedenheit ist hoch, die Fluktuation gering, und das Unternehmen hat über die Jahre hinweg wiederholt Bestnoten als Ausbildungsbetrieb erhalten.
Das ist gerade für den Standort Schleswig-Holstein relevant. Der Fachkräftemangel ist auch hier ein wachsendes Problem und Unternehmen, die als attraktive Arbeitgeber gelten, haben einen entscheidenden Vorteil bei der Gewinnung und Bindung von Talenten. Die Schwartauer Werke zeigen, dass eine offene, respektvolle Unternehmenskultur kein weicher Faktor ist, sondern ein harter Wettbewerbsvorteil.
Was andere Unternehmen in SH davon lernen können
Die Schwartauer Werke sind kein unerreichbares Vorbild sie sind ein praxisnahes Beispiel dafür, wie es gelingen kann, langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Einige Erkenntnisse lassen sich direkt auf andere Unternehmen in der Region übertragen:
Tradition schützen, Innovation wagen: Wer seine Stärken kennt und trotzdem offen für Neues bleibt, ist langfristig wettbewerbsfähig.
Nachhaltigkeit früh angehen: Unternehmen, die jetzt in nachhaltige Prozesse investieren, sparen langfristig Kosten und stärken ihr Image.
Mitarbeiter als Markenbotschafter: Eine starke Unternehmenskultur zieht gute Leute an und hält sie.
Regional verwurzelt, international denken: Bad Schwartau ist der Ausgangspunkt, aber nicht die Grenze. Das Gleiche gilt für viele mittelständische Betriebe in SH.
Fazit: Ein Modell für nachhaltigen Unternehmenserfolg
Die Schwartauer Werke sind mehr als ein Marmeladenhersteller. Sie sind ein Beispiel dafür, wie ein Familienunternehmen aus Schleswig-Holstein über mehr als ein Jahrhundert hinweg relevant bleibt — durch kluge Strategien, eine starke Unternehmenskultur und den Mut, auch Tradiertes zu hinterfragen. Für Gründer, Unternehmer und Wirtschaftsinteressierte in der Region sind sie ein lohnenswertes Fallbeispiel.
Häufige Fragen zu den Schwartauer Werken
Wo haben die Schwartauer Werke ihren Sitz? Das Unternehmen ist in Bad Schwartau in Schleswig-Holstein ansässig und produziert dort seit 1899.
Was stellt Schwartau alles her? Neben Konfitüren und Gelees umfasst das Sortiment unter anderem den bekannten Corny Müsli-Riegel sowie zuckerfreie und proteinreiche Produktlinien.
Was sind die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens? Die Schwartauer Werke wollen bis 2030 CO2-neutral produzieren und investieren dafür in erneuerbare Energien und effizientere Produktionsprozesse.
Warum gelten die Schwartauer Werke als guter Arbeitgeber? Das Unternehmen setzt auf eine offene Unternehmenskultur, faire Kommunikation und umfangreiche Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und hat dafür wiederholt Auszeichnungen erhalten.
